Mittwoch, Februar 08, 2012
   
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Rennsport-Startseite

Straßenrennsport bei der RV 1904/27 Gießen Kleinlinden

Zu interessanten Berichten über die Starts unserer Mannschaft auch ausserhalb des Bezirks Lahn verweisen wir auf die private Seite des Fachwarts Stephan Dietel

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Radrennsport in der Radfahrervereinigung Gießen-Kleinlinden hat eine bewegte Geschichte: Als der Verein gegründet wurde, war Rennsport das Dominierende. Nach starken Momenten in den 50er-Jahren kam der Rennsport zeitweise zum Erliegen. Erst im Sog der Erfolge eines Jan Ullrich erlebte der Verein die Auferstehung einer tot geglaubten Sparte.

In den Gründungsjahren waren Straßenrennen erste Priorität des Vereins. In dieser Zeit konnten in Gießen sogar Bahnrennen veranstaltet werden. Nach alten Aufzeichnungen zu urteilen, soll Gießen eine Betonradrennbahn besessen haben, die Weltruf genoss.

In den fünfziger Jahren kam der Rennsport wieder richtig in positive Schlagzeilen. Die Rennfahrer errangen viele gute Erfolge. Viele “Linneser” können sich noch erinnern, als jedes Jahr die Kleinlindener Feuerwehr die Rennstrecke absperrte. Da mussten keine Streckenposten den Autoverkehr anhalten. Start und Ziel war an den Schulgärten. Die Strecke führte weiter über die Waldweide, Albert Boßler Straße, Kirchpfad, Heide, Lützellindener Straße bis zur Kirche wieder den Schulgärten hoch zu Start und Ziel. Die Zuschauer standen teilweise in Viererreihen. Es war ein Highlight in Kleinlinden, welches nie mehr erreicht wurde.

1958 schlief der Rennsportbetrieb gänzlich ein. Erst in den sechziger Jahren sollte dann dieser Sport wieder zu neuen Ehren kommen. Heinz Klein war es zu verdanken, dass in Kleinlinden wieder Radrennen veranstaltet wurden. Allerdings war die ehemalige Rennstrecke nicht mehr zu benutzen, da diese nicht vollkommen gesperrt werden durfte. Also, entschied man sich für die etwa 1200 Meter lange Strecke rund um die Sportanlagen. Hier wurde bei einem Schnupperrennen ein Junge namens Rainer Weller aus Kleinlinden entdeckt.

Mit Rainer Weller begann in den siebziger Jahren eine neue Epoche im Radrennsport, die aber für den Verein einen negativen Eindruck hinterlassen sollte. Der damalige Rennkader konnten diverse Erfolge erzielen, aber die Betreuer der Sportler sahen in der Radfahrervereinigung 1904/27 Gießen-Kleinlinden eine Art Sponsor. Die Kosten stiegen ins unermessliche. Der Vorstand zog die Notbremse und erließ Auszahlungsstopp. Die Folgen waren, dass weniger erfolgreiche Fahrer den Rennsport aufgaben, andere wiederum wechselten zu Frankfurter Vereinen. Dort erkannten sie aber schnell ihre Grenzen.

Erst als ein verjüngter Vorstand das erste Rad-Touren-Fahren, kurz RTF genannt am 9.5.1992 in Kleinlinden veranstaltete, ging es wieder aufwärts im Straßenradsport. Ende September war in Rockenberg ein Radrennen, bei dem auch ein solches Schnupperrennen ausgerichtet wurde. Zwei Schüler der RTF-Sportler, Jonas und Daniel Freitag, versuchten ihr Glück. Jonas setzte sich mit seinem schweren Mountainbike gegen die Jungs mit Rennmaschinen durch und belegte knapp geschlagen den zweiten Platz. Auch sein Bruder Daniel Kämpfte bravourös gegen eine im Material bevorzugte Gegnerschaft und belegte den vierten Rang. Eine eindrucksvolle Rennsportkarriere und eine neue Radrennsport-Epoche begann.

Daniel Freitag entpuppte sich zu einem Allroundfahrer. Er glänzte bei Zeitfahr-, Berg- und Sprintduellen. In den Jahren 1997 bis 2002 holte er mehrere Bezirk- und Hessentitel. Er wurde über die Grenzen Gießens hinaus bekannt und mit ihm die Radfahrervereinigung 1904/27 Gießen-Kleinlinden. Jonas Freitag hatte der Sturm- und Drangzeit der Jugendzeit nicht widerstehen können und beendete den Rennsport nach wenigen Jahren. Daniel wurde in den letzten Jahren mehrfacher Hessenmeister auf der Bahn in Darmstadt. Anfang 2003 spezialisierte sich Daniel Freitag auf den Bahn-Radsport und schloss sich der Bahnrad-Mannschaft des VC Darmstadt an.

Inziwschen hatte sich die RV 1904/27 Gießen-Kleinlinden mit ihrem Engagement im Rennsport und der intensiven Nachwuchsarbeit einen guten Ruf geschaffen. Im Jahr 2003 wuchs die Rennsport-Sparte von anfänglich 3 auf 15 Fahrer, die in Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus bei Straßenradrennen unterwegs sind.

Seither baut der Fachwart Stephan Dietel die Abteilung ständig weiter auf und ist mittlerweile mit seinen beiden Teams (Hobby- und Lizenzfahrer) weit über die Grenzen von Mittelhessen hinaus bekannt.