Lutz Müller hat es geschafft!!!!!
Ein Abenteuer in 89 Stunden
Hallo Leute,
ich möchte einmal „hinten“ anfangen und würde euch gerne sagen, wie mein Hintern, im Moment, aussieht, aber dazu später nicht mehr.
Wie ihr bereits wisst, habe ich mich dieses Jahr für Paris- Brest- Paris, (siehe Berichte auf der Webseite 200, 300 Km Brevet, 400km Brevet, 600km Brevet, qualifiziert und habe mich dann auch dazu entschlossen teilzunehmen.
Ein besonderes Event, was mit keiner RTF zu vergleichen ist.
Noch einige private Trainingseinheiten, die nicht ganz der Normalität entsprechen, habe ich einstreuen müssen, mit dem Rad von Landshut nach Hause, 420 km.
Mit dem Zug nach Hannover und über Nacht wieder nach Hause gefahren, waren wichtig und haben auch noch einmal geholfen.
Dann bin ich doch am 18.08.07 mit bepacktem Auto nach Paris gepilgert um mein Abenteuer in Angriff zu nehmen.
Mein Rad habe ich bei „Petzi“ noch einmal auf Herz- und Nieren prüfen lassen, ein neues Laufrad mit 36 Speichen einspeichen lassen da ich hier die Erfahrung gemacht habe, dass klassische Laufräder am Wartungsfreundlichsten sind und man kann auch mal schnell ein Speiche wechseln, über die Stabilität braucht man kein Wort verlieren.
Von hier noch einmal Danke an „Petzi“, es hat geschnurrt wie eine Katze, trotz der extremen Regenbelastung.
Ich möchte vor dem Start, in diesem Falle, doch ein wenig weiter ausholen, denn das „drum herum“ ist bereits ein Event, was man, mit diesem internationalen Feld erleben muss.
Als ich am Samstag den 18.08. anreiste, mein Hotel aufsuchte, war ich bereits von mindesten 50 dänischen Radfahrern umzingelt, die mit einem Bus anreisten und es standen überall Rennräder und Radeinzelteile herum und das Gesprächsthema war klar.
Die Räder wurden zusammen geschraubt und gleichzeitig informativ, die der anderen betrachtet.
Das Hotel entsprach nicht gerade der Kategorie, wo man beim Frühstück die Beckhams trifft, nein ich hatte ein Dreibettzimmer, das auch bei einer Dreierbelegung, das gleiche kostet.
Eine Duschkabine, die ungefähr incl. Toilette so groß ist wie unsere Duschtasse zuhause, aber für mich alleine völlig ausreichend, außerdem war es noch absolute Luxusklasse im Vergleich zu dem was ich die kommenden Tage erleben sollte
und es war nur 2km vom Startort weg.
Hier hatte ich für Samstag bis einschließlich Montag gebucht und dann wieder ab Freitag bis Samstag.
Bis einschließlich Montag habe ich ganz bewusst gebucht, denn es war erst am Montagabend Start und was sollte ich den ganzen Tag vor dem Start tun, außerdem wollte ich noch die Toilette, bis zum letzten Atemzug im Hintergrund wissen.
Ich musste nichts mehr an meinem Rad schrauben, habe meine drei Sachen schnell aus dem Auto geräumt und kurz entschlossen bin ich nach Paris „Downtown“
Ins „Navi“ Eifelturm eingegeben, nach 20 min. war ich zu meinem ersten Fototermin, danach bin ich zum Triumphbogen, der mich auch immer wieder beeindruckt, hier fuhren einige Randonneure mit den RR drum herum, leider war ich mit meinem Foto zu langsam.
Dann zum Obelisk, und noch mal auf den Champs Elysee.
So hatte ich im Kurzprogramm noch einmal Paris abgehakt und von da nach Versailles, das nur 4km von meinem Hotel weg ist.
Hier habe ich mir noch mal kurz das Schloss, von außen, angesehen, danach bin ich zu einem „Inder“, essen.
Am Sonntag bin ich um 8:00 Uhr aufgestanden und bin zum Frühstück, in diesem Hotel auch ein Erlebnis, wobei zum Preis von 4,00 Euro wirklich nichts zum meckern gab, aber der Frühstücksraum war für ein 70-Zimmer Hotel klar unterdimensioniert und hatte ungefähr die Größe unseres Wohnzimmer.
Aber, komischerweise hat auch das geklappt.
Beim Frühstück habe ich eine nette englische Fam. kennen gelernt, die ihren Sohn auch beim Rennen begleiten wollen, „Mutti“ war ein bisschen sauer, wegen dem fehlenden Luxus im Hotel, aber durch ein nettes Gespräch hatten wir die schnell wieder „on board“ den Jungen sollte ich auf der Tour noch mehr treffen, was immer nett war.
Dann haben die Dänen sich angezogen, als ob sie bereits heute starten wollen ich habe mein Rad genommen, das re. Hosenbein hochgewickelt und bin zur Startnummernausgabe und Radkontrolle, hier wird überprüft ob die Beleuchtung am Rad ausreichend ist und techn. In einem einwandfreien Zustand ist.
Das passierte beim betreten des Gelände, dass man auch nur mit der entsprechenden Akkreditierung betreten durfte.
Dann gab es die Startuntelagen, dass Stempelheft, in das an den Kontrollstellen die Ankunftszeiten dokumentiert werden und eine Chipkarte für die Webseite, www.paris-brest-paris.org, die meine Ankunftsdaten weiter leitet.
Zusätzlich noch einige andere Dinge, wie Gutscheine für Essen und Trikot etc.
Das ganze war in einer sehr großen Sportanlage, mit Turnhalle und Sportplatz.
In der Halle war richtig was los, die Leute waren alle extrem positiv gestimmt und waren in Feierlaune, ich habe sehr schnell meine Startunterlagen erhalten, weil ich relativ früh war.

Es war die ganze „Welt“ vertreten, Ami´s, Franzosen, Italiener, Schweden, Japaner, etc.
Das ist genau das was ich suche.
Ein Japaner mit einem Ziegenbart bis zur Brust.
Ein Ami mit eine Rad aus den 50´er Jahren bei dem die Kette gekreuzt war.dh. er musste rückwärts treten. Ich dachte das ist ein „Gag“ vom Veranstalter, aber den habe ich zweimal auf der Strecke getroffen, als Gepäck hatte er einen Knoblauchstrang am Lenker hängen- Verrückt, aber vor der Leistung- „Hut ab“, so ohne Gangschaltung.
Die Spanier haben einen Riesen „Rabbatz“ gemacht und ich habe mich bereit erklärt die ganze singende „Meute“ zu Fotografieren, plötzlich hatte ich ca. 10 Fotoapparate in der Hand.
Um 12:00 treffe ich dann Andreas N. aus Buseck, mit dem ich bereits div. Brevet gefahren bin.
Andreas war in „Formular1“ Hotel, mit Etagentoilette und ohne Frühstück, aber auch mit Dreibettzimmer, er hatte noch Glück, denn einer war abgesprungen und so war er nur zu zweit auf dem Zimmer.
Der war ein „PBP“ Wiederholungstäter und fährt voll auf Zeit, er möchte im 60 Stunden- Bereich „finishen“- Bitteschön!
Mit dem sind wir noch eine Pizza essen gegangen und haben uns noch ein wenig ausgetauscht, aber im Nachhinein kann ich sagen, er hat die Sache aus einem Rennfahrerauge betrachtet, bei mir ist der Gedanke klar „olympisch“.
Am Montag habe ich dann doch noch mal mein Rad umgebaut, Gott sei Dank hatte ich alles dabei, ich wollte erst mit Rucksack fahren, dann habe ich mir doch überlegt mit Gepäckträger zu fahren, also habe ich das Ding an die Sattelstütze geschraubt und die Lenkertasche eingeräumt.
Dann bin ich zum gemeinsamen Essen in das „Restaurant“ gefahren, hier wollte ich mich mit Andreas treffen, aber kein Chance, hier war ein Warteschlange, die ungelogen 250 Meter hatte, ich habe mich einfach vorne zu ein paar Deutschen gestellt und habe dadurch bestimmt ein Std. gespart, aber das Essen hätten die sich auch sparen können.
Als ich aus dem „Laden“ raus kam, war die Schlange noch länger.
Dann bin ich zum Sportplatz und dachte noch, du bist ja viel zu früh, aber auch das war richtig, denn je später man hin kam, desto größer wurde das“ Chaos“.
Also habe ich mich hier mit Andreas eingereiht und wir haben uns ca. 2 Std. bis zum Start durchgetastet!
1. Etappe Saint-Quentin-en-Yvelines – Mortagne-au-Perche
Dann um 21.50 Uhr fiel endlich der Startschuss, der erste Teil der neunzig Stunden Gruppe, für unsere Startgruppe ging es ab, stadtauswärts in Richtung Dreux, bei Elancourt, also nach ca. 10km, fing es schon richtig an zu regnen und wir konnten schon die Regenjacke anziehen.
Die 80 Std.- Gruppe ist um 20:00 Uhr gestartet und die 84 Std.-Gruppe erst am Dienstagmorgen um 5:00.
Also, eine unendlich lange Radfahrerschlange zog los und verschwand in der verregneten Nacht.
Wir fuhren mit Volldampf zur ersten Haltestation, nach Mortagne-au-Perche (140km), die lediglich ein Verpflegungsstation ist, das fing in dieser Kleinstadt auch sofort Volksfestartig an und wir haben uns gleich mal ein richtiges fettes Würstchen rein gehauen, die Leute stehen am Straßenrand und klatschen, sie rufen „bon route“ und „bon courage“, keiner lacht dich aus, in Deutschland, wist du nachts mit dem Rad ausgelacht, wenn du dann auch noch ein Helmlampe am Kopf hast.
Hier hat es geregnet, was das Zeug hielt, aber Andreas hat Hektik gemacht, auf die ich auch noch eingegangen bin, „komm jetzt, was gefahren ist, ist gefahren“, ich wollte doch ein wenig eine Regenberuhigung abwarten, aber nein es musste weiter gehen.
Also ging es weiter und ich war nach 100 km bereits durchgeweicht.
Es wurde richtig Rad gefahren und ich sagte mir, dass kann nicht lange gut gehen, hier explodieren bald die ersten, an den Bergen, die nicht steil sind, aber die Strecke ist halt auch lang, wurde auf der großen Scheibe gebolzt, als ob sie zum Morgengrauen in Brest sein wollen, dass Wetter schei…. mir hat das nicht gepasst.
2.Etappe Mortagne-au-Perche – Villaines-la-Juhel
Also ging es weiter bis nach Villaines-la-Juhel ein Teilstück von 80 km, hier gab es den ersten Stempel und meine Frau und andere Begleiter konnten ab da, zuhause sehen, über die Webseite, was für eine Zeit ich fahre und wo ich überhaupt bin. Somit hatten wir 220 km. Es war Frühstückszeit und wir haben zum Frühstück Suppe gegessen.
Ich habe gefroren wie ein Schneider, ich konnte gar nicht so schnell klappern und weiter ging es in Richtung Fougères
Ein Teilstück von ca.90km, das Profil war nicht topfenflach und das Wetter hat sich etwas beruhigt, aber immer nur für kurze Teilstücke, dann hat es auch wieder geschauert, somit bin ich an den Füssen nie richtig trocken geworden, das war nicht gerade angenehm.
Wir haben ein paar Jungs aus dem Fränkischen getroffen, die der Andreas bereits von dem 600ér beim Karl Weimann kannte, die haben auch mächtig Dampf gemacht und ich habe mir gesagt, so jetzt ist bald Schluss, wenn die so weiter fahren, der Andreas da mitfahren will, dann soll er das tun, dann lass ich sie fahren.
3.Etappe Villaines-la-Juhel – Fougères
In Fougères, sind wir Mittag´s angekommen und hier habe ich mich erst mal von Andreas verabschiedet, weil er weiterhin „Druck“ machen wollte. Also bin ich mit „Tobix“ den ich vom Wachtendonker Brevet kenne in eine Nachbarkneipe gegangen und da haben wir Grillwurst und die Pommes von anderen deutschen Randonneuren gegessen. Ich bin mit Tobix weiter gefahren, aber ich muss zugeben, einige Male war der Junge mir zu langsam und es hat sich für mich wieder einmal gezeigt, das ist eine reine Einzelveranstaltung, trotz über 5000 Teilnehmer.
4.Etappe Fougères – Tinténiac
Außerdem hatten wir es nach Tinténiac nur noch 55 km und da wollten wir was „vernünftiges“ essen.
In Tinténiac angekommen, war es tatsächlich etwas Sommer und die Leute an der Strecke haben uns gefeiert wie Helden, wir sind zu dem Kontrollpunkt und auch da war richtig was los.
Wir wollten gleich weiter, weil wir die begnadete Idee hatten, in „Louedac“ mal 3 Std. zu schlafen (ich glaube, die hatten alle).

5.Etappe Tinténiac – Loudéac
Hier habe ich auch Andreas wieder getroffen, der mit den „Franken“ gefahren war, als wir weiter fuhren in Richtung „Louedac“ ,ein 85 km Stück,, fing es wieder richtig an zu regnen, diese Etappe war vom Profil richtig anspruchsvoll, da haben wir mächtig Höhenmeter gesammelt.
Ich erinnere mich, das Ziel kam und kam nicht näher und die Steigungen hörten nicht auf, dann aber doch, wir haben das Ziel erreicht „Louedac“.
Wir sind in die Kantine und habe unseren Stempel geholt und ich habe schon die Warteschlange, vor dem Schlafsaal gesehen, die haben nicht gewartet bis die erste Gruppe ausgeschlafen hat, sondern die Organisatoren haben jeden Gast aufgeschrieben und die gewünschte Weckzeit aufgeschrieben.
Ich bin erst mal unter die Dusche, das war bereits eine Frechheit, ein 2-Euro- Stück großes Stück Seife und dann in die Dusche aus der ein Rinnsaal floss, aber nur dann wenn mit festem Druck auf das Ablassventil drückte, aber egal frische Klamotten hatte ich an und das war gut.
Am Schlafsaal hatte ich mich angestellt aber die Geduld verloren, ich bin in Kantine, dort saßen die „Franken“, und Andreas, aber auch der war „knackenvoll“ und man konnte nicht mal hier, sich auf den Boden legen, weil es zu voll, war, als haben wir uns wieder aufs Rad gesetzt, in Richtung Carrhaix für ca. 85 km.
6.Etappe Loudéac – Carhaix
Nach ca. 20km kamen wir in ein Dorf, in dem schon wieder ein Volksfest war, wir sind hier stehen geblieben, der Veranstalter dieses Festes war der örtliche Bäcker, dort habe ich die Gelegenheit beim Schopf gefasst und bin in dessen Backstube auf den Fußboden zum „Nickerchen“.
Nach ca. einer Std. luxuriösen Schlaf, fuhren wir weiter in Richtung Carhaix.
Irgendwann mitten in der Nacht hat mir Andreas eröffnet er hätte Knie- Schmerzen und ich habe sofort erwidert, er möge kleinere Gänge fahren.
Andreas wurde immer langsamer und schloss sich einem dazugestossenen Deutschen an, ich fuhr mit Fritz, dem „Franken, alleine weiter, aber auch er war nicht mehr der frischeste und fuhr gewaltige Schlangenlinien, plötzlich ist es passiert und er ist in den Graben gefahren, weil er eingeschlafen war.
Aber bis nach Carhaix habe ich ihn noch geleitet und ich habe in den hellsten Tönen, Lieder in die Nacht hinein gesungen.
In Carhaix bei Km 525 hat mir Andreas eröffnet, dass er abbricht.
Also musste ich das so hinnehmen und ich war fast alleine, denn ich wusste jetzt schon, mit dem Fritz komme ich auch nicht ins Ziel.
7.Etappe Carhaix – Brest
Es war morgen und ich fuhr mit dem „Franken“ Charly und Fritz in Carhaix los, in Richtung Brest.
Ich wusste das wird eine zünftige Etappe, wir mussten über den Roc- Trevezel, der sicherlich kein Alpenpass ist, aber auch kein Spaziergang, legt man die Länge der Strecke zugrunde und die Länge der Steigung die sich auf 40 km „zusammengeleppert“ hat.
Charly fuhr uns gleich weg, aber auch Irgendwo an dieser Steigung bin ich dem Fritz weg gefahren, den ich nie mehr wieder sehen sollte.
Ich bin nach dem Roc- Trevezel kurz vor Sizun von ersten Kopfschmerzen getroffen worden und ich hatte auch ein extremes Schlafbedürfnis, also habe ich mich mal nach neben in die Wiese geschleppt und ich habe das erste Mal „gekotzt“.
In Sizun habe ich eine Apotheke gesehen, aber ich dachte in Brest siehst Du auch noch eine.
In Brest bin ich angekommen und die Stadt hat sich uns mit seiner Atlantikküste gezeigt, der Hafen und die gesamte Größe zeigten sich.
Ich war beeindruckt und das Wetter war toll.
Ein paar Bilder auf der Brücke und ab zum Kontrollpunkt, hier sind wir noch einige Rampen gefahren, die hätten nicht sein müssen, die haben richtig wehgetan, irgendjemand sagte mir, wir wären in Brest noch 400HM gefahren.
Dann habe ich mich dort, in der Turnhalle auf eine Gymnastikmatte gelegt, aber dort war es doch sehr laut und ich konnte nicht schlafen, also weiter.

8. Etappe Brest – Carhaix
Es fing der Rückweg an und es war schon ein wenig befreiend, ich fuhr mit immer stärker werdender Übelkeit weiter und ich näherte mich wieder Sizun, hier wollte ich in die Apotheke, doch ich hatte einen Fehler gemacht, ich hatte mich zwischendurch noch einmal hin gelegt und als ich in Sizun ankam war es 19:30 Uhr und die Apotheke war zu.
Mir ging es so schlecht, dass ich eine Frau „angehauen“ habe, ob es hier noch eine andere Apotheke gibt. Wir haben uns irgendwie verständigen können, obwohl sie kein Deutsch- und ich kein Französisch konnte.
Sie war super lieb und hat mich mit nachhause genommen, dort gab es eine Kanne Tee und ihre Kinder kamen, die konnte Englisch, weil sie auch in England, beruflich aktiv waren und z.Zt. zu Besuch da waren. Als nächstes wurde der Apotheker angerufen, da konnten wir dann doch Tabletten gegen meine Übelkeit bekommen, dies halfen tatsächlich und ich konnte nach einer Stunde weiter fahren.
Die Leute waren so lieb, ich war im Sinne der Völkerverständigung total begeistert.
Nachdem ich mich wieder über den Roc Trevezel gequält hatte, auf dem Hinweg lief es wesentlich besser, kam ich wieder nach Carhaix, hier habe ich eine Truppe deutscher getroffen, mit denen ich mich sehr nett unterhalten habe und die haben mir höflichst angeboten mich mitzunehmen, also freue ich mich und wir ziehen in der Halle zusammen die Klamotten an, da das Wetter sich auch wieder normalisiert hatte und es regnete wieder, d. h. das schöne Wetter beschränkte sich auf Brest.
Als wir dann vor der Halle waren, war es „rabendunkel“, zwischen den hunderten Radfahrern hatte ich kein Bild von den Jung´s und schon war ich wieder alleine.
9. Etappe Carhaix- Loudeac´
Ich fuhr durch die tiefe Nacht und war auch oft alleine, aber nie lange, ich erinnerte mich, dass dieses Stück, auf dem Hinweg ein wenig Kaugummicharakter hatte, aber auch vom Profil nicht anspruchslos war.
Jetzt habe ich ab- und an mal beherzt vom Rad gekotzt, (hat auch was, man braucht auf nichts achten, außer einen Selbsttreffer ausschließen).
Ich bin an fast jeder Bar stehen geblieben und habe Tee mit 4 Stck. Zucker getrunken, das war das einige was drin blieb und mir Energie gab.
An Essen war nicht zu denken, ich bekam sofort Würgereiz.
Wir fuhren wieder in den Morgen rein und ich kam langsam wieder nach Loudeac, hier wollte ich versuchen etwas zu frühstücken, aber auch ging es nur mit Tee, sonst nichts, aber, ich glaube ich habe auf der Tour das erste mal geschlafen, für ca.2 Std., auf drei harten Stühlen,. Aber es hat gewirkt
10. Etappe Loudéac – Tinténiac
Ich fuhr ganz alleine los und bin damit nicht ganz unglücklich.
Es ging weiter das Profil war natürlich auch gegensätzlich, deswegen hoffte ich, das ich dass jetzt auch entsprechend spüre.
Mein Kotzreiz lässt nach aber jetzt rutsche ich langsam in die Diarrhöe, ich bin unterwegs schon einige Mal in die Büsche.
Aber ich musste mal richtig auf die Toilette und ich wusste nicht was ich machen sollte, also habe ich mir ein Herz gefasst und habe einfach bei ein paar Leuten geklingelt.
Das hat folgendermaßen funktioniert, ich habe geklingelt am Küchenfenster erschien ein Franzose, ich rief mit geplagten Gesicht Toilette und schon habe ich alle Türen aufgehalten bekommen und ich konnte wie bei einer Sportveranstaltung, durch die Zuschauer auf die Toilette sprinten.
Nach Beendigung meines Geschäftes habe ich noch eine Rolle Klopapier mitgenommen, was mit den Worten „no problem“ genehmigt wurde.
So funktioniert Völkerverständigung, „das fängt auf dem Klo an“.
Dann bin ich bald in Tinténiac angekommen, dort habe ich mich mal beim essen angestellt, denn ich wurde langsam wieder Gesund, ich setze mich gerade zum essen, da treffe ich Thomas L. aus Frankfurt, der bereits Angst hatte, das er es nicht schafft und er wäre bereits zu spät und und und.
Ich habe erst mal mit Ruhe gegessen und zwar alles, das war ein gutes Zeichen, dann habe ich ihm gesagt, dass er cool bleiben muss, es wäre zwar richtig, dass wir etwas nach Kontrollschluss angekommen sind, aber ich wusste auch, dass die Orga. Bereits 2 St. Zugegeben hat, an den einzelnen Kontrollstellen, wegen dem Katastrophalen Wetter, denn ich habe ebenso erfahren das in Loudeac bereits 1000 Leute auf einen Schlag aufgegeben hätten.
Das waren bestimm 800 „nass gekämmte Italiener“ denen die weißen Höschen ausgegangen waren.
Ich sah bereits aus wie ein Schwein und ich habe mich immer gefragt wie die Italiener doch immer so „geleckt“ aussehen, aber die sind, wie beim Ötztaler immer nur gut, wenn sie einen „riesen“ Beraterstab und ein Begleitwohnmobil dabei haben.
Die sind nämlich an jeder Kontrolle in sauberes Höschen gesprungen und Mutti hat ein Süppchen gekocht.
Aber bei dem Wetter, geht das nicht, da hört man doch auf.
Also bin ich alleine weiter gefahren und es lief wieder, ich war wieder einigermaßen genesen.

Etape 11 – Tinténiac – Fougères
Wie gesagt alleine auf dem 11. Teilstück und ich war ganz „happy“, mir ging es wieder einigermaßen und ich wusste ich hatte schon 860 km abgehakt, jetzt wusste ich,“ ich schaffe das“. Es schauerte in gewohnter Manier und mir fingen langsam an die Füße weh zu tun, ich dachte schon, es war evtl. doch ein Fehler die SPD- Pedale montiert zu haben und die Mountain- Bike Schuhe anzuziehen, aber am Ende der Veranstaltung habe ich gesehen warum mir die Füße weh getan haben.
Durch den Dauerregen waren auch die Schuhe aufgeweicht und diese haben meine Haut aufgeweicht und dass hat weh getan.
Als ich in Fougères ankam dämmerte es und ich wusste, es ist die letzte Nacht.
Hier habe ich nicht lange rum gemacht und ich bin bald weiter gefahren, denn ich war nicht müde und ich wollte „heim“.
Etape 12 – Pougères – Villaines-la-Juhel
Es war noch ein wenig hell und ich bin auf der Etappe noch zwei- oder sogar dreimal eingekehrt, dort habe ich immer Tee getrunken, das tat richtig gut.
Als es dunkel wurde, wurde auch das Profil anspruchsvoller und es regnete auch wieder intensiver.
Ich fuhr und fuhr, es hatte richtig lange Steigungen drin, was aber auch von Vorteil denn man fing nicht an zu frieren.
Nach 87km hatte ich die 100km-Marke geknackt und ich kam in Villaines an.
Dort habe ich mir meinen Stempel geholt und ich hab mich mitten in den Halle auf den Boden zum schlafen gelegt, das habe ich auch ca. 1,5 Std. getan, dann bin ich wie ferngesteuert alleine weiter.
Etape 13 – Villaines-la-Juhel – Mortagne-au-Perche
Hier fuhr ich noch in Dunkelheit los aber ich wusste auch, dass das Profil jetzt leichter wird. Ich fuhr einfach weiter und weiter, ich habe immer wieder Leute getroffen aber komischerweise immer weniger deutsche, das habe ich bis jetzt nicht verstanden.
Dann Wurde es langsam hell und ich habe mich richtig gefreut, denn ich wusste irgendwann heute Mittag ist das Ding abgehakt.
Aufgrund der ständigen Feuchtigkeit habe ich jetzt langsam meinen Hintern gespürt, obwohl ich immer großzügig geschmiert habe und das hat auch gut geholfen, aber jetzt ist das System langsam zusammen gebrochen.
Im Morgengrauen bin ich auch auf eine Geheimkontrolle gestoßen und dann ging es weiter in Richtung vorletztes Etappenziel.
Angekommen in Mortagne habe ich noch mal meine Chipkarte durchgezogen und ich habe mich noch mal aufs Ohr gelegt, obwohl ich schon ein wenig Zeitdruck verspürt habe.
Nach einer Std. bin ich weiter gefahren. In Richtung Dreux.
Etape 14 – Mortagne-au-Perche – Dreux
Am Anfang der Etappe ging es doch noch mal richtig zur Sache, es lagen immer mehr Leute am Straßenrand und schliefen.
Ganz verrückte Dinge sind passiert, ich glaube es waren Engländer, denen war gar nicht beizubiegen, dass sie rechts fahren sollen, die haben mich nur ungläubig angesehen, also dachte ich, das ist „natürliche Selektion, „las sie machen, denn die morgendlichen Milchfahrer waren mit ihren LKW, „schnuffig“ unterwegs.
Dann habe wir uns Dreux genähert und ich habe meinen Englische Freund getroffen, der hat mir genau erklärt, um wie viel Uhr wir was passieren und er sollte recht haben.
Ca. 30 km vor Dreux habe ich eine Fraktion Schweden getroffen, die sind richtig Rad gefahren, da habe ich mich mal dran gehängt, ich dachet, du hast zwar keine Lust, aber wenn ich denen Rennfahrerisch hinterher fahre, dann bin ich auch eher da und ich habe mich gewundert wie das geklappt hat und peng, wir waren da.
Juchhu!!!!!!!!!!!!!!!

Etape 15
Dreux – Saint-Quentin
Das war die letzte Etappe! Das Wetter hatte sich beruhigt und es war alles sehr entspannt, ich bin unterwegs noch mal eingekehrt und der Tross fuhr gemütlich gen Paris.
Aber wie der Teufel es will, fängt es doch noch mal an zu regnen. Aber egal, was schlimmer war, dass die Strecke kein Ende fand, ich war es dann leid und habe noch mal richtig Gas gegeben, dann in Elancourt endlich ein Schild, noch 10km, Jetzt gab es kein halten mehr ich, habe richtig Gas gegeben und dann war es endlich so weit ich war im Ziel, meine Töchter standen im Ziel und haben mich gefeiert, es ist alles von mir gefallen und ich konnte mir das Heulen nicht verkneifen.
Um 14:38 Uhr habe ich den letzten Stempel bekommen, somit war ich offiziell ca.89 Std. unterwegs, aber mit der Startverspätung waren es 88 Std. und das freut mich.
Beim Anstehen in der Warteschlange zum Abschlussstempel stand ein Japaner, der von seinem Vater die Fahne umgehängt bekommen hatte und er wurde mit kurzen Karateschlägen massiert mit begleitender japanischer Terminologie, immer und immer wieder wurde mit einem kräftigen „Hoy“ das ganze unterstützt, ich konnte es nicht mehr ertragen und habe mich an „Shogun“ erinnert und habe aus meinem reichhaltigen japanischen Wortschatz ebenfalls laut „Hoy“ geschrieen und siehe da, es war Ruhe.
Fazit:
Ich bin überglücklich das gemacht zu haben, ich habe erstaunlich wenig Fehler gemacht, aber trotzdem hab ich doch noch welche gemacht, sollte ich in die Verlegenheit kommen, das ganze zu wiederholen, dann weis ich, dass ich einen richtigen Gepäckträger an mein Rad montiere und das ich mich fast ausschließlich mit normalen Lebensmitteln ernähren muss.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein und ich überlege bereits jetzt für 2009 Londen Edinbourgh Londen zu fahren, dass sind 1400 km.
Ich bedanke mich bei meiner Frau, Christiane, die nie gemeckert hat, wenn ich wieder mal eine lange Trainingsfahrt gemacht habe und die mich während des Wettkampfes mental stark unterstützt hat.
Meinen Töchtern Franziska und Johanna, die mich in Paris gefeiert haben incl. des „Boyfriend“ von Johanna, Jan.
Aber nicht zuletzt meinen Radfahrverein die mich richtig überrascht haben, bei meinem Sonntäglichen Empfang und dem Auto- und Radcorso zur Kirmes nach Klein Linden.
Ich war einfach „Baff“.
Noch mal Danke!!!!!!!!!!
Ihr hört von mir
Lutz
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