Ein Bericht von Lutz Müller
Auf den Spuren von Eddy Merckx
21. April 2007 – Kurz nach meinem Bericht zum 200- und 300èr Brevet, möchte ich Euch heute schon von meinem 400´er Berichten, so lange die Erinnerungen noch frisch sind.
Ich musste gleich eine Woche, nach meinem 300ér den 400ér fahren, denn ich bin ein wenig im „Terminstress“.
Also bin ich, am 21.04.2007 alleine nach Wachtendonk aufgebrochen um den 400ér zu fahren. Im Vorfeld bin ich mit der Gewissheit da rein gegangen, dass dieser Brevet sicherlich „flacher“ ist als die anderen beiden in Köln, hierzu später mehr.
Morgens um 7:00 Uhr ging es los, es waren 60 Leute da und richtig warm war es auch nicht, aber kein Regen!
Ich habe Harald aus Wetzlar getroffen und Thomas aus Frankfurt, mit dem ich schon meine beiden „Fleche“ gefahren bin.
Also ging es los über Viersen, nach Holland, hier sind wir ins „Amstel- Gold- Race- Jedermänner“ geraten, Heerscharen von Radfahrern, die mich richtig „nervös“ gemacht haben (solltet ihr hier was in der Sportschau gesehen haben, ich bin der, in der Spitzengruppe, mit dem Lenkertäschchen), es stellten sich bekanntermaßen richtige Rampen vor uns auf, die wir aber noch ganz gut meistern konnten, dann sind wir abgebogen zur ersten Kontrolle.
Dann ging es weiter Richtung Belgien, die Straßen, waren auffallend schlecht und das Profil wurde auffallend bergiger, wir näherten uns den Ardennen.
Vorher fuhren wir noch durch Spa und danach wurde es richtig knackig.
Wir fuhren richtig lange Steigungen, die erste, ich erinnere mich genau, war nicht super steil aber es war extremer „Rauputz“ auf der Strasse und wir sind gefahren wie die „Enten“.
Dann die zweite Kontrolle, in Remouchamps“ und weiter ging es in die Ardennen, es war „saftiges“ Mittelgebirge und wir waren sicher, hier geht es nur „Bergauf“. Die Landschaft wurde immer schöner, zur dritten Kontrolle bei Km 196 am Denkmal von Eddy Merckx, hier mussten wir ein, als Nachweis, Datum von einer Tafel am Denkmal auf der Kontrollkarte eintragen.
Hier ging es Bergab, aber extrem Steil, sicherlich 20%!
Weiter über das brutale Streckenprofil, durch die Ardennen, in Richtung 4. Kontrolle, ich war echt leer und habe diese richtig herbei gesehnt weil ich kein „RedBull“ hatte, aber an dieser Kontrolle konnten wir einkehren und es gab Spaghetti und Cola.
Hier sind wir raus und wir konnten uns für die Nacht fertig machen, Lichter an und Warnweste an.
Danach sind wir sicherlich 15 km bergauf gefahren und haben noch einmal ca. 400 HM geknackt. Aber dann waren wir wieder in Deutschland und wir sind in Richtung Schleiden gefahren, es war leider extrem Dunkel und die Abfahrten waren lang und nachts besonders gefährlich, nach meinem letztjährigen Unfall bin ich hier überhaupt kein Held mehr.
In Schleiden waren wir um 22:45 Uhr und wir haben gerade noch die Tanke, offen erwischt.
Dann sind wir noch ein paar Steigungen gefahren und dann weiter Richtung Düren.
Aber da hatten wir noch flaches Areal und wir haben wieder ein paar Kollegen getroffen und es wurde richtig „Dampf“ gemacht, ich immer im Stehen, denn ich brauch einen anderen Sattel, der mir auch solche langen Touren erlaubt.
Harald und ich haben beschlossen, dass die uns zu schnell sind und haben sie fahren lassen, aber wir sind sehr bald wieder aufgefahren, da die Helden sich ständig verfahren.
Um 6:00 Uhr waren wir an der letzten Kontrolle ca. 8km vor Wachtendonk, ein letzter Stempel und dann nach- Hause, um 7:30, konnten wir uns an einen reichhaltig gedeckten Frühstückstisch setzten, den Michael mit seiner Freundin super hergerichtet hatten.
Dann noch geduscht und „Heim“, aber auf der Autobahn musste ich mir mal eine Stunde Schlaf gönnen, sonst wäre das nicht gut gegangen.
Mein Ziel (Paris-Brest-Paris, Anm. d. Red.) rückt immer näher.
bis die Tage
Lutz