RTF: Erste Brevet Prüfungen
Hallo Leute,
nachdem ich euch letztes Jahr mit meinen „Luftschlössern“ konfrontiert habe, möchte ich euch heute, von meinen Vorbereitungen zu „Paris – Brest Paris“ berichten.
Nachdem ich letztes Jahr, nach meinem Unfall, bereits im August meine Saison beendet habe, so leide ich heute. Ich hätte nicht gedacht, dass ich solche Defizite Aufarbeiten muss.
Deswegen weis ich nicht ob mein Ziel erreiche.
Nichts desto trotz, wird es probiert und der Anfang war gar nicht so schlecht, wie ich befürchtet habe. Ich musste feststellen, dass ich weiterhin nicht mit unseren Rennfahrern und „Alpenextremlingen“ mitfahren kann, aber dass ich trotzdem sehr gut Langstrecke fahren kann.
Angefangen hat die Saison bereits mit einem wunderschönen Mallorca- Trainingslager, dass ich mit „H. Pomme“ bestritten habe. Aber ich war nicht in der Lage mit meinen schlechten Grundvoraussetzungen, bereits im März dicke Berge zu fahren und deshalb habe ich vielleicht zu wenig Kilometer abgespult. Aber wir haben den Urlaub trotzdem genossen.
Der erste 200er
Dann am 31.03. bereits der erste Vorbereitungs-Brevet für Paris-Brest-Paris, in Brühl, bei Köln. Hier bin ich auch letztes Jahr gefahren, die Strecke war die selbe nur letztes Jahr hatten wir bei niedrigen Temperaturen richtiges Kaiserwetter und dieses Jahr hat es pünktlich zum Start geregnet.
Also mit nassen Füssen ging es los „grobe“ Richtung Düren, über Langerwehe, nach Monschau, wo die erste Kontrolle war, dann nach Schleiden über Berg und Tal zum Radioteleskop Effelsberg, von da zurück nach Brühl, nach ca. 10 Std. waren wir im Ziel und stellten fest, dass wir gar nicht so schlecht unterwegs waren, trotz des starken Windes und der nassen Füße, das Wetter hatte sich aber bereits nach dem ersten Streckendrittel auffällig verbessert, nur die Füße wurden nicht mehr trocken.
Insgesamt, sind wir aber doch einen 26er Schnitt gefahren und haben ca. 1800 HM überwunden.
Und gleich noch der 300er
2 Wochen später (am 14.04) ging es schon zum 300er, den bin ich letztes Jahr nicht gefahren bin und mein Kollege Andreas N. hat mir bereits im Auto eingeheizt,“ dieser Brevet, „hat es in sich“, ich dachte nur „schauen wir mal“.
Um sieben Uhr, ging es los, es waren sicherlich 60 Leute da und da waren wieder mal viele „luftgetrocknete“ „Megasportler“ dabei und bei Sommerwetter, ging es ab, es wurden die ersten 40 km sicherlich ein 30ér Schnitt gefahren, was auch ging, wenn es so flach bleibt, aber, dass wussten wir ja schon, „dem ist nicht so“!
Über die Kölner Rodenkirchener Brücke, mit super Blick auf die Stadt, ging es im „Schweinsgalopp“ nach Bergisch Gladbach, kurz „dahinter“ fing es dann an, ich war gut dabei, aber dann kam die erste lange Steigung und die „Luftgetrockneten“ fingen an Ausscheidungsrennen zu fahren, ich habe abreisen lassen und dachte wenn du jetzt hier „abknallst“, dann kannst du es bald vergessen.
Nachdem die dann weg waren, habe ich mich gleich mal verfahren weil ich vorher, in der Herde, nicht auf die Streckenbeschreibung geachtet habe, hatte die Sache aber bald wieder im Griff, ich war aber schon ganz alleine und dachte, „was soll das werden“, aber als ich wieder auf die offizielle Strecke stieß, habe ich auch noch andere Kollegen getroffen, denen fuhr ich dann weg, bis nach Wermelskirchen wo ich auch Andreas wieder traf und wir sagten uns, jetzt fahren wir „unser Ding“.
Es ging durch das Hochsauerland, dass einfach nur zur Begeisterung aufruft, landschaftlich gibt es kaum was schöneres, aber so waren auch die Steigungen, bis 18% war alles dabei, lange Steigungen, giftige Rampen, aber bei diesem Wetter (es war Hochsommer) ging alles!
Über Hückeswagen, Egen, Halver, Ehringhausen, ging es nach Lüdenscheid, bis wir hier an der zweiten Kontrolle ankamen, sind wir aber noch mal ca. 5Km „stramm bergauf gefahren“.
Von da an ging es vorbei an 2 sauerländischen Talsperren (Versatalsperren und Fürwigetalsperre) zu höchsten Punkt der Tour (560Meter) über Drolshagen zum Kontrollpunkt 3. (KM 133).
Weiter bis KM 157 hoch- und runter, nach Wiehl, hier haben wir einen getroffen der eben gerade seinen Freund angerufen hat und sich abholen lies.
Es ging weiter süd-westlich grobe Richtung Siegen durch „flache Zivilisation“ nach Morsbach, über Katzwinkel Wallmenroth (das ist bereits Westerwald) nach Betzdorf (KM 196), jetzt hatte wir alle Rampen und Berge überwunden und ich wunderte mich über meinen guten körperlichen Zustand, außer ein paar lästigen Krämpfe.
Von da an fuhren wir mit Rückenwind entlang der „Sieg“, bis nach Siegburg (KM 271).
Es wurde langsam dunkel und wir mussten die Lichter anmachen.
An der letzten Tanke ein letzter Stempel, dann zum Rhein runter, entlang, bis nach Wesseling- Brühl, im Ziel um ca. 22:30 hatte ich 308 km auf der Uhr und 2800 HM, „Respekt, Respekt“.
Aufgebaut hat mich, dass sogar einer dieser Extremsportler aufgegeben hatte (von dem wir es sicher wissen) und das wir lange nicht die letzten im Ziel waren, es haben noch einige Leute gefehlt, nachdem wir schon geduscht haben und mit dem Auto nach Hause sind, waren die immer noch nicht da.
Zufrieden sind wir nach Hause gefahren, bei einem Boxenstop, in ein „Subway“ und um 2:30 lag ich wieder im Bett.
Ich konnte wieder einmal feststellen, man muss immer ein „prall gefülltes Fläschchen“ Zaubertrank (Redbull) am Rädchen haben und es geht einiges besser, es waren genau 8 Dosen die ich verzehrt habe, und es hat echt geholfen, obwohl es mir am Ende schon ein bisschen schlecht war!
Jetzt nehmen wir mal den 400er in Angriff
Lutz