Rennen in Fuldabrück, Mettmann, Einhausen und Bad Dürkheim
21.05.06 – Den Sportlern der Radfahrervereinigung 1904/27 Gießen-Kleinlinden gelang am Wochenende kein Platz auf dem Podium. In vier anspruchsvollen Radrennen sammelten sie schnelle Wettkampfkilometer. Am dichtesten an das Podium kam Seniorenfahrer Heinz-Otto Baum als Fünfter in Mettmann bei Düsseldorf. Der Wettenberger Marcel Weil (RSC Wiesbaden/Team Karlsruher Versicherungen) kam in Einhausen auf Rang sechs.
Rennen im Unwetter

In regelmäßigen Sprintwertungen waren Prämien und Punkte zu ergattern, die über den Tagessieg entscheiden sollten. Heinz-Otto Baum konnte zwar keine Prämie, aber einige Wertungspunkte einfahren. Dann zog mit Orkantief ‘Gertrud’ ein Unwetter über dem 1,2 km langen Innenstadtkurs auf und die 30 km Renndistanz wurden eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Von sinnflutartigem Regen mit Hagel, tiefen Sturzbächen, Schlamm und abgebrochenen Ästen auf der Rennstrecke berichtet Heinz-Otto Baum. “Eigentlich dachte ich, das Rennen wird abgebrochen, aber es lief weiter.”
Mettmann: Baum im Zielsprint Fünfter
Erst als ein Blitz unweit der Rennstrecke einschlug, dachte Baum ans Aufhören. Doch was seine Mitstreiter taten, spornte den 66-Jährigen zum Weiterfahren und Durchhalten an. Er befand sich dann in einer Lage, die Aussicht auf einen Podiumsplatz versprach. Am letzten Berg zog Baum das Tempo noch einmal deutlich an und kam im Vorderfeld auf die ansteigende Zielgerade. Dort reichte es für ihn mit einem kraftvollen Endspurt zu Platz fünf
Sturm in Gießen

Fuldabrück: Schütz auf Rang 14
Mit Tief ‘Gertrud’ hatten auch Kleinlindens Elitefahrer in Fuldabrück bei Kassel zu kämpfen. Während sich die Zuschauer sichere Unterstände suchten, harrten die Radsportler auf ihren Rennrädern aus. Der Veranstalter entschied, das Rennen abzusagen, doch dem Protest einiger weit angereister Rennfahrer nachgebend, wurde das Rennen verkürzt und über 30 statt 50 Runden á 1,2 km ausgefahren. Als 14ter war Moritz Schütz bester Kleinlindener Fahrer, seine Teamkollegen Stephan Wieber, Lukas Rubacek, Benjamin Schenk und Benjamin Baumann kamen mit dem Hauptfeld ins Ziel.
Einhausen: Nachwuchs im Hauptfeld
Eine weitgehend beruhigte Wetterlage zeigte sich am folgenden Tag beim ‘ENTEGA energyCup’ im südhessischen Einhausen. Hier fuhr Kleinlindens Jugendfahrer Tim Speier aus Lollar-Salzböden ein starkes Rennen. Nach 48 km erreichte der 15-Jährige als 31ster das Ziel im großen Hauptfeld. Mit einem Stundenmittel von 40 km/h und ebenfalls als 31ster platzierte sich Sebastian Schubert im 60 km langen Rennen der Juniorenklasse. Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte ein Massensturz den 17-Jährigen Schubert aufgehalten, der aber schnell wieder den Anschluss an das Hauptfeld herstellen konnte.
Wieber nach zwei Stürzen raus
Gleich zwei mal zu Boden ging in Einhausen Kleinlindens Elitefahrer Stephan Wieber. Zu Beginn des C-Klasse-Rennens über 72 km hatte sich Wieber als Vierter der ersten Sprintwertung gut in Szene setzen können. Wenige Meter später stürzte der Sportstudent in einer Kurve und fand sich deutlich hinter dem Hauptfeld wieder. Rund 20 km brauchte er, um wieder in das Peloton zurückzufinden. Die Vollbremsung seines Vordermanns hatte für Stephan Wieber einen erneuten Sturz zur Folge, in dessen Folge der Dutenhofener leicht verletzt das Rennen aufgab. Wiebers Teamkollege Benjamin Baumann erreichte Platz 47 unter 109 gelisteten Fahrern.
Weil wird Sechster bei ‘Trainingsfahrt’
Im Rennen der Eliteklasse A/B wurde der Wettenberger Marcel Weil (RSC Wiesbaden/Team Karlsruher Versicherungen) nach 119 km Sechster, obwohl er “das Rennen nur als Training mitfahren” wollte und auch in der Vorbereitung nicht viel auf dem Rennrad gesessen hatte. Mit dem ‘Training’ war in der vierten von zehn Runden Schluss. “Rechts am Feld ziehen sechs Fahrer vorbei. Da ich gerade gut in Schwung bin, schließe ich mich diesen Sechs an und wir lassen das Hauptfeld hinter uns”, beschreibt Marcel Weil das Zustandekommen seiner Spitzengruppe. Zuvor hatten zahlreiche Ausreißer vergeblich versucht, sich absetzen zu können. Mit Dirk Müller nahm ein ehemaliger Radprofi die Geschicke dieser Kopfgruppe in die Hand, die mit konstant 45 km/h über den flachen Rundkurs brauste, während im Hauptfeld die Teams der in Führung liegenden Fahrer die Beine ‘hoch’ nahmen um das Tempo zu kontrollierten.
In zwei Teile getrennt erreichte die Ausreißergruppe die Zielgerade auf der Marcel Weil “nicht mehr genügend Druck im Huf” hatte, aber als einziger Seniorenfahrer unter Eliterennfahrern der A-Klasse Sechster wurde. “Als ich zu Hause aus dem Auto aussteigen wollte, wäre ich bald auf den Hof gefallen, so kaputt war ich.”
Bad Dürkheim: Baum Achter
Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz war für Heinz-Otto Baum und Lukas Rubacek der Austragungsort eines weiteren Wettkampfs. In der Seniorenklasse IV konnte Heinz-Otto Baum die Verfolgung einer Spitzengruppe aufnehmen. Zu Baum, der zwischen Spitze und Hauptfeld fahrend, Wertungspunkte holen konnte, gesellte sich im Rennverlauf ein zweiter Fahrer hinzu, mit dem er gemeinsam bis ins Ziel fuhr und nach 34 km als Achter gewertet wurde. Lukas Rubacek verbuchte seinen Renneinsatz als Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen und schloss im Hauptfeld ab. (sd)
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