Kleinlinder Radsportler Finisher bei der JeanTex-Tour Transalp 2006
01.07.2006 – Bernd Ruch aus Krofdorf und Gerald Dörr aus Oberkleen von der RV 1904/27 Gießen-Kleinlinden starteten Ende Juni bei 4. Jeantex-Tour-Transalp. Bei diesem „Paar-Rennen“, bei dem jeweils die Zeit des zweites Teammitgliedes gewertet wird, belegten die beiden bei ihrem ersten Start am Ende einen guten 352. Platz unter 580 gestarteten Mannschaften und wurden 29. ihrer Altersklasse.
Das Rennen, bei dem auch Profis und eine amtierende Weltmeisterin am Start waren, führte in sieben Etappen vom Oberammergau nach Riva del Garda. Dabei waren auf über 830 Kilometern 23 Alpenpässe mit mehr als 21.000 Höhenmeter zu erklimmen, und damit mehr, als Profis bei der Tour de France oder dem Giro d’Italia in drei Wochen zu bewältigen haben!
JeanTex Mannschaft

Dörr/Ruch beendeten als „Team Linneser I“ das Rennen mit einem gefahrenen Schnitt von knapp 21 Km pro Stunde. Damit waren die beiden aufgrund der Topographie hochzufrieden.
Erster Höhepunkt des Rennens war die 2. Etappe von Sölden nach Brixen, mit dem über 2.500 Meter hohen Timmelsjoch als Dach der Tour. Über der Baumgrenze kämpften sich die Radsportler an Meterhohen Schneewänden vorbei zum Gipfel, wo dann im dichten Nebel die gefährliche Abfahrt in Angriff genommen wurde. Anschließend galt es dann noch den langen und gleichmäßigen 8-9 prozentigen Anstieg zum Jaufenpass zu bewältigen.
Auf der 3. Etappe wartete mit dem Würzjoch ein relativ unbekannter Pass auf die Fahrer, bei dem, durch einige Zwischenabfahrten bedingt, alleine knapp 2.000 Höhenmeter zu bewältigen waren. Vor Brixen lauerte dann auch noch der berüchtigte Furkelpass, bei dem man sich Rampen von bis zu 17% hochkämpfen musste.
Auf der Königsetappe am folgenden Tag waren dann mit dem Valparola, dem Falzarego, dem Passo di Giau, dem Colle Santa Lucia, dem Campolongo und dem Grödner Joch gleich 6 Pässe auf dem Weg nach Wolkenstein zu bewältigen, darunter vier Zweitausender.
Am 5. Tag ging es dann in strömendem Regen auf den Weg nach Allegehe. Dabei standen bei kalten 7 Grad im strömenden Regen das Sella Joch, der Passo Fedaia an der Marmolada vorbei, der Passo Staulanza und der Passo Duran auf dem Programm. Auf dem Gipfel des letztgenannten tobte ein derartiges Gewitter, dass Gerald Dörr gemeinsam mit anderen Fahrern aus Sicherheitsgründen für eine halbe Stunde das Gipfel-Restaurant als Unterschlupf nutzte.
Die vorletzten Etappe ging dann auf dem Weg nach Kaltern am See u.a. über den San Pellegrino, der mit langen Passagen von 15-18% Steigung eine harte Nuss darstellte. Nach dem Karerpass folgten u.a. mit der Steigung nach Deutschnofen weitere sehr steile Streckenabschnitte (13-14% im Schnitt).
Die Schlußetappe nach Riva war dann etwas einfacher, aber dennoch wurden auch hier noch mehr als 2.500 Höhenmeter bewältigt.
Der bereits 63-jährige Ruch und sein 43-jähriger Partner Dörr waren insgesamt zufrieden, zumal man gerade auf den Abfahrten einige Zeit verloren hatte. Bergauf waren die beiden „Linneser“ wesentlich besser unterwegs, als es das Ergebnis aussagt.
Sehr zufrieden waren die beiden auch darüber, dass sie ohne Stürze und Pannen durch die Tour kamen.