Kleinlindener Radsportler in Lana bei Meran
18.06.2006 – Moin Leute hier wieder mal ein paar Neuigkeiten, aus der Rubrik unvergesslich, einmalig, bombastisch…!
In der Nacht vom 15.06. auf den 16.06.2006 machten sich Katja, Marion, Philipp, Pit, Martin, Volker und ich (Lutz) auf unsere fast schon traditionellen „Alpentour“. Dieses mal ging es nach Meran. Südtirol haben wir wieder gewählt, weil wir meistens gutes Wetter erwischen, und dort sowieso super Gelände vorfinden.
Unseren Nachwuchs „Marion“ hatten wir auch dabei, damit auch Katja im Urlaub einen Spielkameraden hat. Marion war auch unsere personelle „Neubesetzung“ aus der Rubrik Frauenpower.
Dolomitenfahrer 2006

Morgens um 8:30 Uhr waren wir bereits im Hotel, somit konnten wir gemütlich frühstücken und unser „Radhengst“ Pit scharte bereits wie ein „Rodeopferd“ in der Koppel mit den Hufen, dass es doch endlich los gehen soll. Also haben wir uns umgezogen und sind auf unsere erste Tour, die bereits zuhause besprochen war und die mit Volldampf angegangen wurde.
Von Lana fuhren wir durch die Apfelplantagen in Richtung Eppan (das kannten wir bereits von unserer Gardaseetour). In Eppan hatten wir bereits 30 km gefahren und hier sind wir auf den Mendelpass abgebogen. Ich kannte diesen schon und hatte ihn als relativ harmlos in Erinnerung.
Aber bei bereits morgens 27°C relativiert sich die „Harmlosigkeit“. In Eppan haben wir noch einmal einen Einheimischen nach den Weg gefragt und wie lange der Anstieg sei. Wir bekamen auch freundlich Auskunft, dass der „Giro“ das letzte mal 45 min. hoch gefahren sei. Ich machte dem Herrn sehr schnell klar dass wir dann natürlich noch 5 Minuten schneller wären und das er das ganze gerne am Abend bei „RAI 1“ im Fernsehen sehen könnte.
So hatte er seinen Spaß und der Anstieg begann für uns auch sofort am Ortsausgang.
Meine Erinnerungen endeten fast am Pass-Hinweisschild und das Ding fing sofort recht steil an. Es kristallisierte sich sofort wieder das gewohnte Bild: der Volker wedelte noch mal kurz mit dem Rücklicht, der Pit hinterher und der Rest fuhr seinen „Stiefel“.
Wir fuhren bei brütender Hitze genau 15 km bergauf. Die durchschnittliche Steigung lag bei 6,3% und die Steilste Stelle war 10%, der Höhenunterschied liegt bei 933 Meter und die Passhöhe liegt bei 1363 Meter ü.N.
Das sind die nüchternen Zahlen die nichts über meine Leiden aussagen. Aber als ich oben ankam war ich schon wieder zufrieden weil bis auf Volker und Pit der Rest auch erst angekommen war. Dass war für mich eine signifikante Steigerung zum Vorjahr.
Von halber Passhöhe konnte man zum Kalterer See sehen und wir waren schon wieder ganz „aus dem Häuschen“.
Der Volker ist in der Kneipe ein wenig eingeschlafen und der Pit und ich konnten uns an den ganzen Bergen um uns herum nicht satt sehen. Nicht nur die Berge, die die Natur zu bieten hatte, nein, auch die der Kellnerin waren „hochalpin“
Dann fuhren wir noch ein sehr welliges Profil bis zum „Gampenpass“ der uns am Schluss noch einmal richtig geärgert hat und wo wir unseren abschließenden Einkehrschwung gemacht haben.
Danach ging es im „Affenzahn“ den Gampenpass runter nach Lana, wo wir alle nach einer Dusche am Pool lagen oder anderweitig versucht haben die verloren Nacht nachzuholen und die erste Radtour zu regenerieren.
Am Ende sind wir bereits am ersten Tag 86 Km gefahren mit 1700HM, was nicht schlampig ist denn letztlich handelt es sich hierbei bereits um die Hälfte der Höhenmeter vom Bimbacher Radmarathon und so hart war das auch, ohne Schlaf vorher.
Am Abend haben wir uns zum Essen getroffen und die Hotelinhaberin hat offensichtlich sehr sensibel festgestellt, dass wir etwas hungriger waren als die restlichen Hotelgäste und hat uns auch deshalb etwas bevorzugt behandelt.
Penserjoch

Am zweiten Tag haben wir uns gleich ein richtiges Ding vorgenommen, dass sicherlich nur von fortgeschrittenen in Angriff genommen werden sollte.
Wir haben uns in den Bus gesetzt und sind nach Bozen gefahren, dort links hoch Richtung „Pennserjoch“. Dieses kleine „Bergelchen“ hat es doch ganz schön in sich und ist mit 8,5% durchschnittlicher Steigung und max. Steigung 14% doch schon eine andere Hausnummer. Wir sind durch ein wunderschönes Tal gefahren und der Passanstieg begann „schleichend“. Es wurde immer steiler und dann war man bereits mitten im Anstieg. Gemerkt habe ich es daran, daß der Volker bereits weg war, der Pit schon wieder auf Verfolgungsjagd und der Rest der Truppe hat sich auch gaaaaanz langsam von mir distanziert.
Das war aber kein Problem für mich, denn die hatte ich immer im Sichtkontakt und ich dachte für mich, das ist meinem Anspruch entsprechend „gut“. Nur der Philipp der hat heute auch mal richtig „Gas gegeben“ und ist den „alten Herren“ hinterher gefahren.
Der Volker war wie immer “Erster“. Er sagte mir anschließend, er hatte mit diesem Berg noch ein Rechnung offen, die er heute beglichen hat.
Die Passhöhe liegt bei 2125 Meter und der Höhenunterschied liegt bei 1265 Meter.
Oben haben wir uns an dem Hochalpinen Panorama „ergötzt“ und der Martin und ich haben dem Rest eröffnet, daß wir heute nicht mehr mitmachen, da der Martin „grippig“ war und ich dachte du hast noch 3 „saftige Tage vor dir und ich wollte meine „Körner“ nicht bereits heute verschießen. Die Entscheidung sollte sich als sehr weise herausstellen, da der Rest runter nach Sterzing gefahren ist und bei sengender Hitze noch den Jaufenpass erklommen hat.
Der Martin und ich haben einen schönen „weichen“ gemacht und haben noch im Pennser Tal eine kleine Metzgereibesichtigung gemacht, bei der ich meinen Spaß hatte und der Martin wieder was gelernt hatte,
Er hat den „Junior“ dort mit Fragen bombardiert und hat gleichzeitig erzählt wie er in Hüttenberg die Säue schlachtet und verarbeitet (MArtin ist Metzger, Anm. der Redaktion). Das Gespräch hatte die gleiche Qualität wie eine Unterhaltung zwischen Pit und Volker über den Aktienkurs der T-Aktie.
Am Ende sind die anderen 120 Km gefahren mit 2400 HM und der Martin und ich die Hälfte, wobei wir wieder was für das Leben gelernt haben und die anderen sich körperlich lediglich hingerichtet haben.
Timmelsjoch

Am dritten Tag haben wir den König der Könige in Angriff genommen, nämlich das Timmelsjoch. Ich sage euch „Leute“, das Ding ist immer wieder ein „Brett“, egal ob man den „Ötzi“ fährt oder „nur“ das Timmelsjoch.
Wir sind bereits morgens bei 25°C vom Hotel weg gefahren und haben uns auf direkten Weg ins Passeiertal begeben. Vorher durchfuhren wir Meran und am Ortseingang fuhren wir schon eine 10%ige Steigung, die ein klare Kriegserklärung war und bei mir nur Schmerzen in den kalten Beinen hervor gerufen hat. Ich dachte, was soll der Sch… hier, warum liegst du jetzt nicht am Pool, warum tust du dir das heute wieder mal an und lauter so blöde Fragen.
Was mich fast schon ein wenig verwundert, ist dass die anderen mir versichern, dass sie ähnliches denken, was die Sache wieder erträglich macht, weil ich weis wir brauchen alle den gleichen Therapeuten.
Wir sind bis nach St.- Leonard gefahren, am Geburtshaus von dem Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer vorbei. Auf einer Tanke haben wir noch die Flaschen voll gemacht und ab ging es. Der Volker hat wieder zum „Halali“ geblasen die restliche Formation war wie immer.
Man fährt bis nach Moos bereits ca. 700 Höhenmeter und danach fängt die „Kirmes“ erst richtig an. Es geht ca. 2 Km richtig steil nach oben, mit Spitzen bis zu 16%, danach kommt ein langes relativ flaches Stück mit Galerien und dann fängt der Anstieg wieder an. Ich fahre einfach „mein Ding“ und treffe die anderen wieder an einem Gasthaus, wo beim „Ötztaler“ eine „Laabe“ ist. Da stehen sie hinter dem Gasthaus, in der Küche wurden gerade Pellkartoffeln gekocht, die zum abkühlen raus gestellt wurden. „Das war ein Fehler“, dankbar wurden diese im Sinne von „Mundraub“ gleich so eingesetzt dass der Koch diese nicht mehr schälen musste und die „Gruppe Füßl“ hat gesättigt den Rastplatz verlassen mit der Erkenntnis „etwas warmes braucht der Mensch“.
Wenn es nicht so ungünstig zu erreichen wäre, würde ich noch mal hinfahren und ich würde mich entschuldigen, aber so….
Ich bin weiter gefahren und es wurde langsam hochalpin, die Baumgrenze war passiert und wir fuhren im „Fels“. In den supersteilen Kehren steht immer wieder mal ein Motivationsspruch von „Ötziteilnehmern“ und das „Ding“ hört nicht auf.
Dann endlich der Tunnel. Als ich in den Tunnel einfahre begegnen mir Volker und Pit bei der Abfahrt. Na, denke ich, gar nicht so schlecht. Dann endlich am Ziel, man wird sofort unendlich euphorisch und wir haben eine richtig tolle „Fotosession“ gemacht.
Dann die Jacken an und in die Abfahrt, bei der wir auch noch einmal ganz tolle Bilder gemacht haben, dann ist man froh, dass man unten ist, denn die ewig lange Abfahrt ist eine echte Herausforderung für das Material.
Wir haben uns in St.- Leonard getroffen und ein Eis gegessen, dann haben wir uns auf den Heimweg gemacht.
Das Timmelsjoch, von Sterzing aus, ist 28,9 km lang, hat eine Durchschnittssteigung von 6,3% mit Spitzen von16%, das Hammerharte daran ist, dass man auf den letzten 10 Km 1000HM fährt und das ist ein Teil der Qual, aber auch die Länge ist ein echte Herausforderung.
Somit sind wir an diesem Tag 122 Km gefahren mit stolzen 2400HM und waren richtig Stolz auf uns.
Am letzten Tag wollten wir eigentlich zum Stilfser Joch, aber wir hatten keine Lust wieder die Räder in das Auto zu packen und ca. 80 km vorher durch das Vinschgau zu fahren. Also haben wir gesagt, wir fahren vor der Haustür.
Ich hatte sowieso noch den Wunsch nach Hafling zu fahren, dass auf einem 1260 Meter hohen Plateau liegt und einen 1000HM Anstieg hat, der es in sich hat, das war ein richtiger Pass, auf dem Plateau sind wir auch noch 300 HM gefahren bis nach Hafling und da haben wir ein Hotel besucht, dass ich bereits aus meinem Sommerurlaub 2000 kannte, das Hotel war so beeindruckend schön umgebaut das ich jeden empfehlen kann da einmal hin zu fahren. www.viertlerhof.it
Hier haben wir noch eine kurze Rast gemacht und dann sind wir in rasender Abfahrt zurück ins Hotel.
Die anderen haben noch mächtig Wein eingekauft und ich habe Fußball im Hotel gekuckt.
Zum Hotel ist zu sagen, das die Zimmer schon recht abgewohnt waren, aber das Essen war erstklassig. Wir hatten uns manchmal gefragt, ob deren „Finanzminister“ im Keller sitzt und mit spitzer Mine kalkuliert, wie er die “Fressverluste”, die durch uns entstanden sind, wieder rein holt. Wir haben denen echt die Haare vom Kopf gefressen, gerade beim Frühstück haben wir mächtig zugeschlagen. Aber auch beim Abendessen hatten wir immer die Möglichleit beide Wahlvorspeißen zu essen, da die Chefin immer bemüht war uns satt zu bekommen.
Alles im Allen ist zu sagen dass wir das sicherlich wieder wiederholen wir müssen nur mal sehen wo wir hin fahren.
Gruß
Lutz