CTF und RTF in Kleinlinden 2006
23.4.06 (gk/vh)- So etwas haben wir in den 15 Jahren, in denen wir unser Radtourenfahren (RTF) veranstalten noch nicht erlebt. Am Abend waren sich alle einig, daß der Wettergott am 23.04.06 ein Fan der Radfahrervereinigung war. Seit sieben Jahren bieten wir neben der RTF auch den Freunden des Mountainbikes drei Touren durch das Gelände an. Diese CTF (Countrytourenfahrt) wird seit letztem Jahr am gleichen Tag wie die RTF durchgeführt. So hatten wir also alle Hände voll zu tun.
Durchschnittlich konnten wir bei gutem Wetter immer so mit 400 bis 500 Teilnehmern rechnen. Immer waren etliche Bananen und Äpfel übrig. Auch in diesem Jahr hatten wir die gleiche Menge wie sonst auch geordert. Alles war gerichteh, die Meteorologen sagten recht gutes Wetter voraus. Endlich, denn nach dem langen Winter fieberte man doch regelrecht nach Sonne. Die Vorbereitungen liefen hervorragend, alle Helferinnen und Helfer waren gut gelaunt bei der Sache.
Um 6.00 Uhr war “Antreten”. Die Tische und Bänke, Anmeldebereich, der Bierpils und so weiter und so weiter, mussten aufgestellt werden. Um 6.15 Uhr standen die ersten Radler schon im Startbereich, „scharrten mit den Hufen“ und wollten bei etwa 2 Grad Lufttemperatur auf die Strecke. Was wir dann an diesem Tag erleben durfte, darf mit Fug und Recht mit dem Attribut “GIGANTISCH” belegt werden. Annähernd 800 Radler fanden den Weg nach Linnes. Sie kamen aus allen Richtungen mit Autos oder als Sternfahrer mit dem Rad direkt vom Heimatort. Zum Glück durften wir mit Erlaubnis des Marktleiters des nahegelegenen Rewe-Marktes deren Parkplatz mitbenutzen. Unsere Leute an der Anmeldung hatten von nun an bis um 11.00 Uhr keine ruhige Minute mehr. Gegen 10.00 Uhr kam der erste Hilferuf vom Kontrollpunkt in Butzbach, dass die Verpflegung (Bananen und Äpfel) zur Neige gehe. Nun musste improvisiert werden. Die Kontrollpunke, die von den Radlern nicht so stark angefahren wurden, mussten etwas an andere abgeben. Aber das alles nutzte nichts, wir mussten die letzten Reserven an TUC-Plätzchen aufteilen – und dann war Sense
Diejenigen, die zu spät gestartet waren, kamen an die Kontrollpunkte und konnten nur noch ihre Trinkflaschen auffüllen. Wir waren an unsere Grenzen des Machbaren an diesem Tag angekommen.
Start zur RTF / CTF 2006

Gegen Mittag glich der Schulhof der Brüder Grimm Schule einer Kirmes. Kein einziger Sitzplatz war mehr frei. Alle Sitzgelegenheiten waren mobilisiert worden. Die Leute am Grill und an der Kuchentheke kamen nicht mehr nach, die Gäste standen Schlange. Der Kaffee konnte gar nicht so schnell gekocht werden, wie der wegging. Aus privaten Beständen wurden alle Nudelvorräte geholt, eingefrorene Würstchen mussten auf dem Grill aufgetaut werden und irgendwo wurden auch noch Brötchen und ein paar Brote organisiert.
Dann wurden die Getränke knapp. Hier hatten wir aber mit Werner Weller, Getränkehandel in der Saarlandstraße, einen zuverlässigen Lieferanten, der für Nachschub sorgte.
Unsere beiden Streckenfahrer hatten ebenfalls alle Hände voll zu tun. Ein Hilferuf unseres Kontrollpunktes in Lich, nachdem sich dort ein Fahrer meldete, dass seine Frau bei Gambach mit defekten Rad nicht weiterfahren konnte, löste eine “Alralmaktion” aus. Innerhalb kürzester Zeit wurde sie vom Streckenfahrer Peter Schaum abgeholt, mitsamt Fahrrad ins Auto geladen und zur Brüder Grimm Schule gefahren. Volker Hofmann musste ebenfalls einen havarierten Mountainbiker, dessen Rahmen gebrochen war, wieder zum Ziel zurück fahren. Wir bekamen dafür große Anerkennung, sehen das aber eigentlich als Service an, den man als Teilnehmer erwarten darf.
Um 16.00 Uhr, es war soweit schon alles aufgeräumt, saßen immer noch mehr Leute da, als in den anderen Jahren um die Mittagszeit, wenn es zur Siegerehrung geht. Um punkt 18.00 Uhr, also nach 12 Stunden ohne Pause war endlich Schluss und auch wir durften nach Hause.
Gegenüber den Pressevertretern hatten wir mittags vorsichtig etwa 600 Teilnehmern angegeben. Wir wollten ja nicht übertreiben. Nachdem wir Bilanz gezogen und alle Kriterien des Anmeldebereiches berücksichtigt haben, kamen wir zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Teilnehmer bei etwa 800 gelegen hat. Kein Wunder, dass kein Krümel mehr übrig war.
ES WAR EINFACH GIGANTISCH!!!